• Mann im mittleren Alter hält seine Hand ans Ohr, damit er besser hören kann
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Initiative Hörgesundheit Audio Welle
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Hörgesundheit und Longevity

Hörgesundheit als Faktor gesunden Alterns

Der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie e.V. (BVHI) und die Partner der Initiative Hörgesundheit verstehen Longevity nicht als das Streben nach ewiger Jugend oder maximaler Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter. Im Zentrum stehen vielmehr Faktoren gesunden Alterns: Wie können Menschen möglichst lange gesund, aktiv, selbstbestimmt und sozial eingebunden leben? Longevity stellt Prävention, Lebensqualität und soziale Teilhabe in den Mittelpunkt und lenkt den Blick auf Aspekte, die häufig unterschätzt werden. Einer davon ist die Hörgesundheit

Gesundes Altern bedeutet weit mehr als körperliche Fitness. Es umfasst geistige Leistungsfähigkeit, soziale Verbundenheit und Orientierung im Alltag – Aspekte, die eng mit dem Hörsinn verknüpft sind. Im Falle einer Schwerhörigkeit unterstützt ein gut versorgter Hörsinn zentrale kognitive Prozesse und trägt dazu bei, sicher und aktiv am Leben teilzuhaben. Hörgesundheit umfasst Lärmprävention, regelmäßige Hörtests und die zeitnahe Versorgung einer HNO-ärztlich diagnostizierten Schwerhörigkeit. Sie ist ein wesentlicher Baustein eines ganzheitlichen Longevity-Verständnisses und ein zentraler Faktor für langfristige Lebensqualität.

Gutes Hören schützt
Gesundheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität

„Eine nicht ausreichend versorgte Schwerhörigkeit kann immense Auswirkungen auf die Gesundheit eines Menschen haben. Einerseits kann es zu einer fünf bis sechs Mal höheren Sturzwahrscheinlichkeit kommen, gerade bei einseitiger Ertaubung fehlt die räumliche Orientierung. Ebenso kann es zu mentalen und kognitiven Einschränkungen kommen“, erklärt Dr. Veronika Wolter, Chefärztin der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und der Helios Hörklinik Oberbayern in München. „Vor allem im Alter, wenn eine hochgradige Schwerhörigkeit nicht oder nicht ausreichend versorgt wird, hat man ein bis zu fünf Mal höheres Risiko eine Demenz zu entwickeln. Auch bei jüngeren Menschen kann es zu erhebliche Auswirkungen im sozialen Bereich kommen. Die Patienten neigen zu Depressionen, zu gesellschaftlicher Isolation, zur Arbeitsunfähigkeit, wenn die Hörminderung nicht ausreichend versorgt wird.“

„Wir verstehen Longevity als Präventionsthema. Prävention setzt frühzeitig im Lebensverlauf an und zielt darauf ab, Belastungen zu reduzieren und vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten“, erklärt Dr. Stefan Zimmer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Hörsysteme-Industrie (BVHI). „Gutes Hören spielt dabei eine Schlüsselrolle, da es weit über die reine Sinneswahrnehmung hinausgeht und zentrale Prozesse im Gehirn unterstützt.“

Hören ist Gehirnleistung und beeinflusst zentrale Longevity-Dimensionen

Hören findet nicht isoliert im Ohr statt. Hören ist ein komplexer neuronaler Prozess, bei dem das Gehirn eintreffende Schallsignale aus dem Innenohr interpretiert und in verständliche Klänge, Sprache oder Musik übersetzt. Ist das Hörvermögen eingeschränkt, steigt die sogenannte Höranstrengung: Das Gehirn muss kontinuierlich mehr leisten, um akustische Informationen korrekt zu verarbeiten.

Diese Mehrbelastung kann sich langfristig auf Körper, Geist und soziale Beziehungen auswirken. Eine gute Hörgesundheit kann daher einen positiven Einfluss auf Konzentration, mentale Belastbarkeit, Orientierung sowie soziale Interaktion haben. Das macht sie zu einem integralen Bestandteil gesunden Alterns.

Handlungsbedarf: Hörvorsorge kommt oft zu spät

Trotz dieser Zusammenhänge wird Hörgesundheit in der Prävention bislang häufig vernachlässigt. Die aktuelle EuroTrak Deutschland Hörstudie verdeutlicht den Handlungsbedarf: 10,9 Prozent der Bevölkerung in Deutschland schätzen ihre Hörfähigkeit als gemindert ein – das entspricht etwa 9,1 Millionen Menschen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass über ein Drittel der Befragten noch nie einen Hörtest gemacht hat. Auch in der Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen hat rund jeder Dritte sein Gehör noch nie überprüfen lassen. Diese Zahlen machen deutlich, dass Hörgesundheit häufig erst dann in den Fokus rückt, wenn Einschränkungen bereits spürbar sind. Dabei zählen regelmäßige Hörtests zu den einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Präventionsmaßnahmen im Sinne von Longevity.
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